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TCRNO12 – Tag 1: Den eigenen Rhythmus finden

19. Juli 2026 · Transcontinental Race · TCR · TCRNo12 · UltraCycling

Am Sonntag ist es endlich losgegangen. Nach den ruhigen Tagen in Trondheim, der Registrierung und der letzten Vorbereitung stand ich am Start des Transcontinental Race No.12.

Kurz vor dem Start war die Stimmung großartig. Überall Fahrräder, Taschen, Warnwesten und Fahrer aus vielen Ländern. Jeder hatte seinen eigenen Plan, seine eigene Ausrüstung und vermutlich auch seine eigene Vorstellung davon, wie die erste Nacht laufen würde.

Ich war auch so weit.

Die ersten drei, vier Stunden haben mich deutlich mehr mitgenommen, als ich erwartet hätte. Nach drei ruhigen Tagen und mit riesiger Vorfreude auf das TCR dachte ich eigentlich, dass sofort die Euphorie kommt. Stattdessen war da eher dieses Gefühl: Gott, was tust du hier eigentlich?

Es liegt einfach wahnsinnig viel vor mir, und ich war noch nicht im Rhythmus. Dazu ist es sehr schnell kalt geworden. Zwischendurch hatten wir nur noch sechs Grad, jetzt sind es wieder ungefähr acht. Später geht es noch bis auf rund 1.200 Meter hoch.

Die Nacht ist klar und hell, fast wie eine dauerhafte blaue Stunde. Eigentlich wunderschön.

Kurz vor Mitternacht hatte ich in einer Abfahrt aber tatsächlich einen kurzen Sekundenschlaf. Da war klar: raus. Ich habe mich in einem kleinen Dorf auf eine überdachte Tribüne gelegt und einen kurzen Nap gemacht.

Der hat zum Glück etwas gebracht. Mit Daunenjacke, Merino-Handschuhen, Buff und Merino-Socken wurde mir anschließend auch endlich warm.

Ich bin bewusst kontrolliert losgefahren und habe versucht, nicht mehr als 180 oder 190 Watt zu treten. Gefühlt war ich ziemlich weit hinten. Aber dieses Rennen wird nicht in der ersten Nacht gewonnen.

Jetzt schaue ich erst einmal, wie ich durch die Nacht komme. Wenn ich noch einen Nap brauche, dann brauche ich ihn. Das Ziel bleibt, morgen Richtung Mitternacht vielleicht in die Nähe von 500 Kilometern zu kommen und dann einmal richtig zu schlafen.

Aber jetzt muss ich erst einmal wirklich im Rennen ankommen.

Am nächsten Tag war ich trotzdem weiter müde. An einer Bahnstation legte ich mich später noch einmal für ungefähr zwei Stunden hin. Danach ging es deutlich besser, und der restliche Tag funktionierte bis kurz vor den letzten Anstieg zum Parcours.

Körperlich fühle ich mich richtig gut. Die Beine sind da, der Druck aufs Pedal passt und ich habe sogar das Gefühl, stärker zu sein als letztes Jahr. Im Moment spielt sich das Ganze eher im Kopf ab. Ich merke einfach, dass ich mental noch dabei bin, richtig im Rennen anzukommen.

Auch sonst läuft alles. Ich habe mich eingecremt, die Zähne geputzt und sogar der Toilettengang hat schon funktioniert – das klingt banal, ist bei so einem Rennen aber tatsächlich nicht selbstverständlich. Genau solche Kleinigkeiten verhindern später oft größere Probleme.

Der Startparcours war übrigens deutlich angenehmer, als ich erwartet hatte. Natürlich gab es einige Höhenmeter, aber die Straßen hier in Norwegen sind wirklich hervorragend.

Jetzt liegen bis zum nächsten Parcours noch zwei größere Anstiege und ein paar Gravel-Passagen vor mir. Dort fuhren die Autos teilweise genauso schnell wie auf Asphalt, sodass gelegentlich Steine vorbeiflogen und etwas Vorsicht nötig war.

Ich lag ungefähr zwei Stunden hinter meinem ursprünglichen Zeitplan. Das war noch kein Drama. Bis zur geplanten Fähre lagen noch rund 1.250 Kilometer vor mir – genug Zeit, um das wieder aufzuholen.

Am Ende standen ungefähr 429 Kilometer und rund 5.000 Höhenmeter auf der Aktivität. Für den schwierigen Start und die erste Nacht war ich damit zufrieden.

Für die zweite Nacht fand ich einen Campingplatz. Eine heiße Dusche und sogar ein Handtuch waren genau das, was ich brauchte – danach schlief ich sehr gut.

Die Aktivität auf Strava

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  • Distanz: 429,0 Kilometer
  • Höhenmeter: 5.002 Meter
  • Bewegungszeit: 19:35 Stunden
  • Gesamtzeit: 26:40 Stunden
  • Gewichtete Leistung: 162 Watt
  • Gesamtstrecke im Rennen bis hierhin: 429,00 Kilometer
  • Start: 19.07.2026, 21:52 Uhr (Europe/Oslo)

Der wichtigste Erfolg des ersten Tages war aber vielleicht nicht die Distanz. Es war die Entscheidung, den eigenen Rhythmus ernst zu nehmen. Beim Transcontinental Race geht es nicht darum, jede Entscheidung der anderen zu kopieren. Es geht darum, herauszufinden, was für einen selbst funktioniert.

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